Kobe-Qualen tun Lakers weh

Der verletzte MVP biss auf die Zähne und wollte nicht klein beigeben.

Doch im vierten Spiel des West-Halbfinals fehlte den Los Angeles Lakers ein unversehrter Kobe Bryant, um bei den Utah Jazz zu bestehen.

Die in ihrer Conference topgesetzten Lakers retteten sich zwar trotz eines 88:100-Rückstands vier Minuten vor Schluss noch in die Verlängerung.

Doch der Gastgeber behielt in Salt Lake City mit 123:115 (108:108, 55:55) die Oberhand und glich die Serie mit dem zweiten Heimsieg zum 2:2 aus.

Malheur nach 52 Sekunden

Deron Williams war mit 29 Punkten und 14 Assists der herausragende Akteur der Jazz.

Doch in der Overtime erzielte Mehmet Okur die ersten vier Punkte und holte eine Minute vor dem Ende einen wichtigen Offensivrebound. 18 Punkte und elf Rebounds standen am Ende für den Türken zu Buche.

Kobe Bryant, der sich schon nach 52 Sekunden Spielzeit nach einer Landung am Rücken verletzt hatte und den Schmerzen merklich quälten, baute dagegen ab. Zwar erzielte er 33 Punkte, traf jedoch nur 13 von 33 Würfen.

Turiaf droht ein Spiel Sperre

Zudem müssen die Kalifornier um ihren "Energizer" Ronny Turiaf bangen, der zu Anfang des zweiten Viertels vom Platz gestellt wurde.

Die Schiedsrichter entschieden nach einer harten Attacke des französischen Nationalspielers gegen Ronnie Price auf ein Flagrant-II-Foul, das ein Spiel Sperre nach sich zieht.

Die NBA könnte die Szene aber nach Videoansicht milder bewerten und von einer Bestrafung absehen.

Neun der ersten 13 Freiwürfe vorbei

Die Jazz drückten sofort aufs Gaspedal und kamen vor allem dank Williams zu vielen leichten Punkten. Den fünften Assist des Spielmachers nutzte Carlos Boozer zum 23:13 (8.).

Aber die Lakers ließen sich nicht abschütteln, kamen im zweiten Viertel auf 30:34 heran.

Williams zündete mit seinem Dreier jedoch einen vierminütigen Zwischenspurt zum 45:34 für die Gastgeber. Utah kam zugute, dass der Gegner neun seiner ersten 13 Freiwürfe vergab.

Bryant gleicht aus

Bryant biss sich nun ins Spiel, verkürzte auf 46:48 und glich neun Sekunden vor der Pause zum 53:53 aus.

Williams erzielte sieben Sekunden später von der Freiwurflinie seine Punkte 18 und 19, doch Bryant verwertete im Gegenzug einen 20-Meter-Pass von Luke Walton.

Doch die Lakers schafften es nicht, die Führung zu übernehmen, weil die Jazz-Reservisten einen größeren Beitrag leisteten als die ihren, und sahen sich vier Minuten vor dem Ende mit zwölf Punkten hinten.

Große Fisher-Show

Dann hatte Derek Fisher seinen großen Auftritt, führte die Gäste mit drei Dreiern und einem Freiwurf auf 98:102 heran. Ein Drei-Punkt-Spiel von Bryant und ein Dreier von Lamar Odom brachten den 106:106-Ausgleich.

All-Star Odom (26 Punkte, 13 Rebounds) war es auch, der die Lakers vier Sekunden vor der Schlusssirene in die Verlängerung rettete, als er nach einem Bryant-Fehlwurf abstaubte.

Dort allerdings kam die L.A.-Offensive nicht mehr auf Touren, produzierte in den ersten viereinhalb Minuten nur einen Korb.