BBL - ALBA ist heiß - Artland Favorit

Vorrundenprimus ALBA Berlin will nach zweijähriger Durststrecke endlich wieder einen Titel gewinnen, die Favoritenbürde im Kampf um die deutsche Meisterschaft trägt jedoch Pokalsieger Artland Dragons. Am 34. Spieltag der Bundesliga kamen die Berliner zu einem 77:57 gegen die Phantoms Braunschweig.
Die Hauptstädter schlossen die Hauptrunde mit 27 Siegen als souveräner Tabellenerster (54:14 Punkte) ab. In der ersten K.o.-Runde trifft ALBA auf die Eisbären Bremerhaven. Artland (50:18) gewann bei den Gießen 46ers mit 69:60 und muss sich im Playoff-Viertelfinale mit Telekom Baskets Bonn auseinandersetzen. Die weiteren Paarungen in der Serie "best of five" lauten Bayer Giants Leverkusen gegen Skyliners Frankfurt und Brose Baskets Bamberg gegen EWE Baskets Oldenburg.
1.061.743 Fans besuchten die 306 Hauptrundenspiele und bescherten der BBL erneut einen Zuschauerrekord. Erst zum zweiten Mal in der Historie wurde die Marke von einer Million Besuchern übertroffen. Topscorer in der Hauptrunde war Tim Black von den Baskets Paderborn mit 702 Punkten.
"Es war wichtig, mit einem positiven Erlebnis in die Playoffs zu gehen, aber wir wissen auch, dass wir uns steigern müssen, um Bremerhaven in Schach zu halten", sagte ALBA-Sportdirektor Henning Harnisch vor dem Duell mit den Niedersachsen. Die hatten ihre Klasse erst vor Wochenfrist bei der Pokal-Endrunde unter Beweis gestellt, als sie ALBA im Spiel um Platz 3 mit 74:70 düpierten. "Die haben unter dem Korb gute Leute, verfügen über Außenspieler, die scoren können und sind sehr gut eingespielt", warnte ALBA-Kapitän Patrick Femerling. Bremerhaven unterstrich seine Gefährlichkeit mit einem 87:76 gegen Titelverteidiger Bamberg. "Wir spielen derzeit so, wie wir es schon die ganze Saison vorhatten", lobte Eisbären-Coach Sarunas Sakalauskas sein Team.
Artland Dragons in Favoritenrolle
Noch bessere Titelchancen als ALBA werden den Artland Dragons eingeräumt. "Wenn die Leute sagen, wir seien jetzt Favoriten, dann kann ich es nicht ändern, so was kann man nicht steuern. Aber die Mannschaft wird sehr professionell damit umgehen", sagte Trainer Chris Fleming. In Gießen tat sein Team allerdings nur das Nötigste.
Einen knappen 72:71-Erfolg verbuchte der Tabellendritte Leverkusen (50:18) in Oldenburg. "Das war eine gute Gelegenheit, sich Selbstvertrauen für die anstehenden Aufgaben zu holen", bemerkte Bayer-Coach Achim Kuczmann. Zumal Leverkusens Playoff-Gegner Frankfurt eine 64:74-Niederlage beim sportlichen Absteiger TBB Trier kassierte. "Wir haben nicht gut gespielt und insbesondere zu viele Offensivrebounds von Trier zugelassen", monierte Skyliners-Trainer Murat Didin. Trier hofft noch auf eine Wildcard für die nächste Bundesligasaison.
Auch Bonn verpatzte beim 83:93 in Ulm seine Playoff-Generalprobe. "Wir konnten dem Spiel nicht unseren Stempel aufdrücken, der normalerweise in unserem Defense-Spiel liegt. In der Offense haben wir von außen zu schlecht getroffen", kritisierte Trainer Michael Koch.