Testspiel RSV Eintracht Stahnsdorf - UBC TIGERS

Regionalligavizemeister UBC Hannover harter Brocken

Seit dem 15.August haben die Spieler des RSV Eintracht Stahnsdorf / Teltow / Kleinmachnow in zahlreichen Trainingseinheiten viel Schweiß gelassen, um sich auf die neue Saison in der 2.Basketball Bundesliga Pro B vorzubereiten. Nach einem Benefizspiel zugunsten der Kinderintegrationsstätte Haus Zoar sowie einem mannschaftsinternen Duell der „Alten“ gegen die „Jungen“ stand am Mittwoch nun der erste wirkliche Härtetest unter realen Wettkampfbedingungen auf dem Programm.

Zu Gast in Teltow waren dabei die UBC Hannover Tigers, welche im letzten Jahr als Regionalligavizemeister nur hauchdünn die sportliche Qualifikation für die 2.Bundesliga verfehlten. Zwar noch ohne wirklichen Centerspieler, dafür aber mit zwei amerikanischen Neuzugängen sowie Rückkehrer Ismail Yaldiz, hatten die Niedersachsen die Reise nach Brandenburg angetreten. Dabei entwickelte sich eine für den frühen Zeitpunkt der Vorbereitung sehr temporeich und offensivlastig geführte Partie. Während beim RSV Eintracht der Ball über viele Stationen bewegt wurde, versuchten die Gäste vor allem ihre individuell starken Einzelspieler in Szene zu setzen. Dies gelang Hannover auch phasenweise sehr gut, so dass der stark aufspielende Yaldiz mit seinem bereits dritten erfolgreichen Dreipunktewurf die Nachlässigkeiten in der RSV-Verteidigung bestrafte und sein Team auf 46:39 zwei Minuten vor der Halbzeitpause in Führung warf. Zwar verkürzte RSV-Neuzugang Stephan Balga mit seinem einzigen Dreier der Partie kurz vor der Halbzeitsirene noch einmal zum 47:50, allerdings konnte Coach Vladimir Pastushenko insbesondere ob der gezeigten Defensivleistung nicht zufrieden sein. „Im Angriff liefen die Systeme und der Ball eigentlich schon recht gut, aber in der Verteidigung fehlten die Konzentration und oft auch die Intensität. Teilweise haben wir viel zu einfache Körbe kassiert.“, bemängelte der Trainer.

Nach dem Seitenwechsel schienen die Spieler die kritischen Worte des Trainers erhört zu haben, denn fortan wurde in der Verteidigungsintensität die berühmte Schippe drauf gelegt. Die Niedersachsen mussten sich nun fast alle ihre Punkte deutlich härter erarbeiten, was zunächst jedoch keine Auswirkungen auf den Spielstand hatte. Grund hierfür war die sinkende Wurf- und gleichzeitig steigende Fehlerquote im eigenen Angriff, so dass die Tigers auch bis zur 27.Minute (62:57) knapp in Front bleiben konnten. Allerdings zeigte sich nun immer mehr der Vorteil einer tiefen Bank, denn während Pastushenko auf die volle Stärke von zwölf Spielern zurückgreifen konnte, schenkte sein Gegenüber Michael Goch gerade einmal acht Akteuren das Vertrauen. Obwohl der RSV Eintracht auch weiterhin nicht mehr an die Offensivleistung der ersten Halbzeit anknüpfen konnte, war es nun aber die deutlich verbesserte Verteidigung gegen immer müder erscheinende Hannoveraner, die das Momentum zugunsten der Brandenburger kippen ließ. So war Steve Krajewski in der 29.Minute für die erste Führung (66:64) seit Anfang des zweiten Viertels verantwortlich, welche im Schlussviertel zunächst gehalten und in den letzten vier Minuten noch leicht bis zum 88:80 Endstand ausgebaut werden konnte. Aus einer mannschaftlich sehr geschlossenen Leistung ragten offensiv vor allem die beiden U20-Nationalspieler Michael Jost mit 19 Punkten bei 78% Trefferquote sowie Kevin Schaffartzik mit zwölf Punkten und sieben Assists heraus. Mit Dmitri Vizersky, Tim Modersitzki (beide elf Punkte), Sebastian Schmohl und Steve Krajewski (jeweils zehn Zähler) erreichten noch vier weitere Akteure zweistellige Ausbeuten.

Entsprechend zweigeteilt fiel dann auch das Fazit von Vladimir Pastushenko aus: „Offensiv können wir mit der ersten Halbzeit zufrieden sein, defensiv aber nur mit der zweiten. Insgesamt bleibt aber festzuhalten, dass wir noch sehr viel Arbeit vor uns haben.“ Mit den Niedersachsen gibt es im Rahmen der Vorbereitung noch ein Wiedersehen, denn am 13.September erfolgt in Hannover das Rückspiel. Eventuell folgen in der Saison auch noch zwei weitere Duelle mit den Landeshauptstädtern, denn neben Würzburg und Ansbach gelten die Tigers als einer der Kandidaten für den noch vakanten Platz in der 2.Bundesliga Pro B. Eine finale Entscheidung darüber, und damit im übrigen auch über den ersten Heimspielgegner des RSV Eintracht am 5.Oktober, wird vermutlich aber erst bei der nächsten Mitgliederversammlung der 2.Bundesliga am 20.September fallen können.

RSV: Jost 19 (Punkte), Schaffartzik 12, Modersitzki 11, Vizersky 11, Krajewski 10, Schmohl 10, Clark 8, Balga 5, Rothenbacher 2, Eckhardt, Hubbert, Lennartz