Bei den Sommerspielen in Peking gibt es Ärger um eine als "rassistisch" kritisierte vorolympische Werbung des spanischen Basketball-Männer-Teams. Auf dem Foto ziehen sich die Spieler mit ihren Fingern die Augen zu Schlitzaugen lang. "Das war ganz klar unangemessen, aber soweit wir wissen, hat sich das Team entschuldigt", erklärte am Donnerstag IOC-Sprecherin Giselle Davies in Peking.
„Von uns aus gesehen ist die Sache damit erledigt“, sagte Davies. Die Empörung über die Geste war vor allem aus dem Ausland, weniger aus China gekommen. Er habe das Bild gar nicht gesehen, erklärte der Generalsekretär der Pekinger Olmypia-Organisation, Wang Wei.
Die Spieler des spanischen Teams bedauerten ihren Auftritt. „Sollte sich irgendjemand beleidigt oder gekränkt fühlen, tut uns das sehr leid. Für mich war das eine Clownerie, eine dumme Idee, die sich gegen niemand bestimmten gerichtet hat“, sagte Pau Gasol, der NBA-Profi der Los Angeles Lakers, in der „New York Times“. Laut Gasol habe der Sponsor zu der Aufnahme gedrängt.
Gasols Teamkollege Jose Calderon versicherte der Zeitung, dass er großen Respekt vor Asien und den dortigen Menschen habe. „Das Foto hat keine rassistischen Hintergründe. Einer meiner besten Freunde in Toronto ist ein gebürtiger Chinese“, meinte der für die Toronto Raptors spielende NBA-Legionär. Keine Entschuldigung kam vom spanischen Teamchef Aito Garcia Reneses. Die Fotos wären ein Scherz und keine Beleidigung gewesen, war von ihm in der NY Times zu lesen.
Berichten zufolge trugen die spanischen Basketballer auf dem besagten Bild, das zu Diskussionen geführte hat, Sportkleidung des Turn-Olympiasiegers von 1984, Li Ning, der während der Eröffnungsfeier das olympische Feuer im Olympia-Stadion entzündet hatte. Die Spanier gehören in Peking zum Kreis der Favoriten auf eine Medaille.