Olympia Basketball: Spanien eine Nummer zu groß für DBB-Auswahl

Auch gegen Weltmeister Spanien konnten Deutschlands Basketballer beim olympischen Turnier nicht bestehen. In Peking setzte es eine klare 59:72 (36:39)-Niederlage.

Die Faust in die Rippen, den Ellbogen ins Gesicht, ein Schlag auf die Wurfhand, das Hemd von Dirk Nowitzki ohnehin fest im Griff: Weltmeister Spanien waren alle Mittel recht, um den NBA-Star von den Dallas Mavericks am erfolgreichen Korbwurf zu hindern - und die Pfeife der Schiedsrichter blieb meistens stumm. Beim 59:72 (36:39), der zweiten Niederlage der deutschen Basketballer im dritten Vorrundenspiel des olympischen Turniers, erhielt der 30 Jahre alte NBA-Profi trotz offensichtlicher Fouls nicht einen Freiwurf.

“Das sagt eigentlich alles”, so Bundestrainer Dirk Bauermann lakonisch. Nach den nicht minder aggressiven Attacken der Griechen zwei Tage vorher hatte Nowitzki immerhin noch sechsmal an die Freiwurflinie dürfen. “Wenn sich die Gegner mit drei Mann auf ihn stürzen, wenn er den Ball hat, dann wird”s schwer. Ich bin stolz auf Dirk. Es ist imponierend, wie souverän er reagiert und wie klaglos er das alles wegsteckt”, so der DBB-Coach weiter.

Der “Prügelknabe”, trotzdem mit elf Punkten zweitbester Schütze der deutschen Korbjäger, und auch seine Teamkollegen wollten aber die harte Gangart der Iberer nicht als Entschuldigung für die Niederlage anbringen. “Ich werde ja fast ständig in Doppeldeckung genommen. Über die Schiedsrichter brauchen wir nicht zu sprechen. Hätten wir das Spiel auf fünf oder sechs Punkte Differenz halten können, hätten wir am Ende eine Chance gehabt”, so Nowitzki.

Enttäuscht über die verpasste Sensation saßen die DBB-”Riesen” nach der Schlusssirene noch lange in der Kabine. Beim olympischen Frühsport (Beginn 9.00 Uhr Ortszeit) hatten sie drei Spielminuten zugelassen und sich mit unnötigen Fehlern selbst geschlagen. 18:8 war das Verhältnis bei den Ballverlusten, es steht als Erklärung für die Niederlage.

“Wir hätten sie aus eigener Kraft schlagen und für eine Überraschung sorgen können”, sagte der Frankfurter Pascal Roller, und auch Steffen Hamann, mit 15 Zählern bester Werfer des DBB-Teams, machte seinem Frust Luft: “Wir schießen uns immer wieder selbst in den Fuß. Es macht aber keinen Sinn, über die Schiedsrichter zu schimpfen. Dennoch muss ich vor Dirk den Hut ziehen. Was der alles einstecken muss …”

Bauermann konnte an Einstellung und Kampfgeist im Vergleich zum 64:87 gegen Vizeweltmeister Griechenland nichts monieren. Er sieht seine Truppe bestens gerüstet für das “Endspiel” um den Einzug ins Viertelfinale am Samstag (20.00 Uhr Ortszeit/14.00 Uhr MESZ) gegen China. “Wir freuen uns auf den Showdown. Das ist für beide Mannschaften das wichtigste Spiel des Turniers”, sagte Bauermann.

Seine Spieler sind “mit dem Herz und den Köpfen voll im Turnier angekommen”. An einen Knacks nach der Niederlage gegen Spanien glaubt er nicht, zumal sich an der Situation in der Gruppe B nichts geändert hat. “Dass wir Qualität haben, wissen wir alle. Aber auch, dass wir nur über den Kampf Spiele gewinnen können”, so Nowitzki.