Pat Riley mag sich den Basketball der Miami Heat nicht mehr aus nächster Nähe ansehen.Der ehemalige Meister-Coach hat auf einer Pressekonferenz am Montag seinen Rücktritt als Trainer des NBA-Schlusslichts bekannt gegeben.
Sein Amt als Präsident will Riley allerdings nicht aufgeben.
"Ich möchte wirklich das tun, was am besten für die Heat ist, das abzuwägen, fällt jedoch schwer", hatte der Trainerguru, der vier Meisterringe mit den Los Angeles Lakers gewann und 2006 den ersten Titel nach Miami holte, unlängst gesagt.
Spoelstra soll es richten
Die abgelaufene Saison, die Heat gewannen mit 15 Spielen so wenig wie noch nie in ihrer 20-jährigen Klubgeschichte, sei "schrecklich und desaströs" gewesen.
Assistent Erik Spoelstra wird den Trainer-Posten übernehmen. "Ich denke, er ist einer der talentiertesten jungen Trainer, den wir seit langem hier hatten", sagte Riley.
Der ehemalige Spieler und Trainer des Bundesligisten TuS Herten steht Riley seit 13 Jahren zur Seite und war dessen erster Kandidat. Assistent Ron Rothstein und Rileys langjähriger Intimus Mike Fratello hatten das Nachsehen.
Fehler bei der Kaderzusammenstellung
Riley war zwischen 1993 und 2005 schon einmal Trainer der Heat, in der Saison 2005/06 hatte er dann den Posten von Stan van Gundy übernommen und die Mannschaft sofort zum Titel geführt.
In dieser Saison aber hatte sich der Frust angehäuft. Da der einstige Finals-MVP Dwyane Wade angeschlagen von Operationen in die Spielzeit ging und auch Shaquille O'Neal oft verletzt ausfiel, waren die Playoffs früh außer Reichweite.
Riley gab offen Fehler bei der Kaderzusammenstellung zu, auch der Trade von Shawn Marion für O'Neal brachte keine Besserung.
Lieber bei den College-Titelkämpfen
Noch im Winter spottete Motivations-Guru Riley, er würde selbst im Alter von über 60 Jahren und mit einer künstlichen Hüfte besser spielen als einige Heat-Akteure.
Im März schaute sich der just in die Ruhmeshalle aufgenommene Coach lieber potenzielle Zugänge in der K.o.-Runde der College-Meisterschaft an als das eigene Team.
Mit 1210 Siegen in seiner Karriere verlässt er als dritterfolgreichster Trainer aller Zeiten die NBA-Bühne.